Hellmuth Wallach: Die Münchener Antiquare von einst
Vorwort von Karl Hartung München: Hartung & Hartung 1993
Personenregister, bearbeitet von Björn Biester
Ackermann, Theodor (Firma) 12
Aretin, Johann Christoph von 9
Beckmann, Max 9
Brachold, Alfred 9
Breslauer, Martin 10 f., 21
Brunet, Jacques Charles 10
Daumier, Honoré 9
Dillis, Johann Georg von 8
Domizlaff, Helmuth 15 f.
Faber du Faur, Curt von 7, 12
Finkenstaedt, Fritz 16
Franke, Günther 10
Goethe, Johann Wolfgang 6
Goltz, Hans 10
Graesse, J. G. T. 10
Halle (geb. Fichtelberger), Ida 18
Halle, Isaak/Julius 12, 18
Hartung, Karl 4
Hauser, Heinrich 12
Heine, Thomas Theodor 29-31
Held, Hans Ludwig 28
Hess, Julius 12 f., 15
Hess, Moritz 15
Hiersemann, Karl W. 14
Hirsch, Emil 3, 8, 10, 12-15, 17, 19 f., 28-31
Karl & Faber (Firma) 7, 12
Karl, Georg 12, 19
Kippenberg, Anton 28
Kitzinger, Josef 11 f.
Kobell, Franz 8
Kubin, Alfred 28
Langen, Albert 28
Lauter, Adalbert 20
J. J. Lentner'sche Buchhandlung 19
Lier, Reinhard 14
Lipp, Franz 7-9
Luther, Martin 11
Marc, Franz 28
Marie-Louise von Österreich 21 f.
Martin, "Fräulein" 17
Melcher, Frederic G. 21
Munch, Edvard 9
Napoleon 21
Neumann, I. B. 9 f.
Nolde, Emil 9
Ohr, Georg 12
Pachinger, Anton 5
Paulus, Richard 8
Redouté, Pierre-Joseph 22
Reventlow, Franziska Gräfin von 28
Rohlfs, Christian 9
Rosenthal, Erwin 16
Rosenthal, Heinrich 16 f.
Rosenthal, Jacques 9, 16
Rosenthal, Ludwig 14-16, 20 f.
Rosenthal, Nathan 17
Rosenthal, Norbert 16 f.
Roth-Wölfle, Lotte [?] 11
Rümann, Arthur 28
Rupprecht von Bayern 7 f.
Schatzki, Walter 3
Schedel, Hartmann 9, 14, 20
Schiller, Friedrich 6
Schottenloher, Karl 9
Schulte-Strathaus, Ernst 18
Schulz, Ernst 16
Seuffer & Willi (Firma) 12
Seuffer, Karl 12
Spaeth, Arthur 16
Stahl, Ernst 19
Taeuber & Weil (Firma) 12
Taeuber, Hans Werner 12, 18 f.
Thöny, Eduard 29-31
Vollbehr, Ernst 21
Vollbehr, Otto 21
Wallach (geb. Hirsch), Maria 3, 23
Wallach, Tochter
Wedekind, Frank 28
Weil, Ernst 12, 18
Weiss, Hans 12
Weiss, Rudolf 12
Weyhe, Erhard 24
Willi, Alfred 12
Wolff, Kurt 12
Wölfle, Robert 10 f.
Wolfskehl, Karl 28
Mittwoch, 1. April 2020
Freitag, 7. Februar 2020
Aby Warburg and Cinema, Revisited
Peter J. Schwartz, Associate Professor of German and Comparative Literature an der Boston University, hat soeben in der Zeitschrift "New German Critique" (Nr. 139, Februar 2020) einen instruktiven Aufsatz über "Aby Warburg and Cinema, Revisited" veröffentlicht, der hier zur Lektüre empfohlen sei. Überzeugend ist vor allem die auf intensiver Quellenbefragung beruhende kritische Auseinandersetzung des Verfassers mit Positionen von Autoren wie Georges Didi-Huberman, Philippe-Alain Michaud und Thomas Hensel.
Schwartz zieht am Schluss seines Beitrags folgendes Fazit:
"This continuum of conceptual development [Bezug sind im Zusammenhang "ways to address the exciting, empowering, and sometimes debilitating ambiguity of the affectively laden images that Warburg called Pathosformeln"] owes a great deal to Warburg's thinking on the relationship of words and images on the printed page, and something, no doubt, to the modernist Zeitgeist, but little or nothing to cinema. In the end, the strong thesis of a relationship to film may be something of a pathos formula in its own right: it reinterprets an exciting yet often ambiguous corpus of thought in a manner that resonates with our moment. Warburg himself might have cautioned us to beware of investing such monstra with life by reifying our own projections. A more accurate genealogy of Warburg's praxis of image arrangement – one that correctly perceives its origin in a wartime concern with the role of print media and expanding communications networks in mobilizing traditional forms of irrationality to often violent ends at moments of crisis – may permit us more clearly to see the relevance of his work to our own current media conjuncture."
Schwartz zieht am Schluss seines Beitrags folgendes Fazit:
"This continuum of conceptual development [Bezug sind im Zusammenhang "ways to address the exciting, empowering, and sometimes debilitating ambiguity of the affectively laden images that Warburg called Pathosformeln"] owes a great deal to Warburg's thinking on the relationship of words and images on the printed page, and something, no doubt, to the modernist Zeitgeist, but little or nothing to cinema. In the end, the strong thesis of a relationship to film may be something of a pathos formula in its own right: it reinterprets an exciting yet often ambiguous corpus of thought in a manner that resonates with our moment. Warburg himself might have cautioned us to beware of investing such monstra with life by reifying our own projections. A more accurate genealogy of Warburg's praxis of image arrangement – one that correctly perceives its origin in a wartime concern with the role of print media and expanding communications networks in mobilizing traditional forms of irrationality to often violent ends at moments of crisis – may permit us more clearly to see the relevance of his work to our own current media conjuncture."
Mittwoch, 11. Dezember 2019
Martin Warnke gestorben
Martin Warnke ist heute nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Halle an der Saale gestorben; die "Süddeutsche Zeitung" hat in ihrem Online-Auftritt einen Nachruf von Horst Bredekamp veröffentlicht, siehe hier.
Den Nachruf in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat Niklas Maak verfasst.
Auch auf der Website des Hamburger Warburg-Hauses findet sich eine Würdigung des Verstorbenen, der über viele Jahre mit großem Erfolg in Hamburg gewirkt hat.
Den Nachruf in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat Niklas Maak verfasst.
Auch auf der Website des Hamburger Warburg-Hauses findet sich eine Würdigung des Verstorbenen, der über viele Jahre mit großem Erfolg in Hamburg gewirkt hat.
Mittwoch, 6. Februar 2019
Friedrich Viga: Die Rolltreppe
In der eben aktualisierten Warburg-Bibliographie findet sich unter anderem ein Nachtrag aus dem Jahr 1960, auf den hier ausdrücklich hingewiesen sei:
Viga, Friedrich [Pseudonym für Friedrich Glum]: Die Rolltreppe. München: Günter Olzog 1960. 410 S. ["Ein Roman aus der Weimarer Zeit". S. 396 über einen Vortrag Warburgs am 19. Januar 1929 in Rom, bei dem Glum anwesend war: "'Wer einmal einen Tropfen von dem gekostet hat, was Mittelmeerkultur bedeutet, der wird nie mehr davon loskommen können.' Deshalb mochtest du ja auch den kleinen alten Herrn, den Aby Warburg, so gern, dem ich auch stundenlang zuhören konnte, wenn er mit Hunderten von Beispielen an Hand von Lichtbildern in der Bibliotheca Hertziana – zum Entsetzen Steinmanns, der die Principesse und Monsignori beobachtete, wie sie gelangweilt auf den Stühlen saßen – den Einfluß des Orients auf den Okzident nachwies." Vgl. Hans-Christof Kraus: Ein Roman über George und Kantorowicz. Friedrich Glum, Wissenschaftsmanager in der Weimarer Republik, veröffentlichte 1960 das Buch "Die Rolltreppe". Darin tritt das "Geheime Deutschland" auf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 190, 18. August 2010, S. N 4.]
Die Kontakte zwischen Aby Warburg und Friedrich Glum werden natürlich auch im Tagebuch der Bibliothek Warburg verschiedentlich erwähnt.
Viga, Friedrich [Pseudonym für Friedrich Glum]: Die Rolltreppe. München: Günter Olzog 1960. 410 S. ["Ein Roman aus der Weimarer Zeit". S. 396 über einen Vortrag Warburgs am 19. Januar 1929 in Rom, bei dem Glum anwesend war: "'Wer einmal einen Tropfen von dem gekostet hat, was Mittelmeerkultur bedeutet, der wird nie mehr davon loskommen können.' Deshalb mochtest du ja auch den kleinen alten Herrn, den Aby Warburg, so gern, dem ich auch stundenlang zuhören konnte, wenn er mit Hunderten von Beispielen an Hand von Lichtbildern in der Bibliotheca Hertziana – zum Entsetzen Steinmanns, der die Principesse und Monsignori beobachtete, wie sie gelangweilt auf den Stühlen saßen – den Einfluß des Orients auf den Okzident nachwies." Vgl. Hans-Christof Kraus: Ein Roman über George und Kantorowicz. Friedrich Glum, Wissenschaftsmanager in der Weimarer Republik, veröffentlichte 1960 das Buch "Die Rolltreppe". Darin tritt das "Geheime Deutschland" auf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 190, 18. August 2010, S. N 4.]
Die Kontakte zwischen Aby Warburg und Friedrich Glum werden natürlich auch im Tagebuch der Bibliothek Warburg verschiedentlich erwähnt.
Dienstag, 6. November 2018
Paul Ruben: Recensio und Restitutio, 1937
Zum ersten Mal überhaupt sehe ich Paul Rubens wissenschaftliches Hauptwerk "Recensio und Restitutio. Eine Vermuthung über die früheste Geschichte der alttestamentlichen Texte", 1937 in London bei Arthur Probsthain in kleiner Auflage erschienen, im Antiquariatshandel (siehe hier).
Der jetzt geforderte Preis des Anbieters Auxarcs Enterprises aus dem amerikanischen Bundesstaat Arkansas – 2.475 US-Dollar zzgl. Versandkosten – ist freilich trotz der unbestrittenen Seltenheit des Buches prohibitiv, zumal es sich um ein Bibliotheksexemplar mit sichtbaren Mängeln handelt … Liegt hier ein Fehler einer Preisfindungssoftware vor?
Immerhin: der in das Buch eingeklebte "sticker" ("handwritten dated 1937 in German") weist zweifelsfrei Paul Rubens Handschrift auf. Paul Ruben lebte damals, im Mai 1937, zurückgezogen und von den zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Ausgrenzungen für Juden im Deutschen Reich äußerlich weitgehend unberührt in einer Parterrewohnung in der Hochallee 108 in Hamburg. Erst ab 1938/39 verschlechterte sich seine Lebenssituation drastisch.
Der jetzt geforderte Preis des Anbieters Auxarcs Enterprises aus dem amerikanischen Bundesstaat Arkansas – 2.475 US-Dollar zzgl. Versandkosten – ist freilich trotz der unbestrittenen Seltenheit des Buches prohibitiv, zumal es sich um ein Bibliotheksexemplar mit sichtbaren Mängeln handelt … Liegt hier ein Fehler einer Preisfindungssoftware vor?
Immerhin: der in das Buch eingeklebte "sticker" ("handwritten dated 1937 in German") weist zweifelsfrei Paul Rubens Handschrift auf. Paul Ruben lebte damals, im Mai 1937, zurückgezogen und von den zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Ausgrenzungen für Juden im Deutschen Reich äußerlich weitgehend unberührt in einer Parterrewohnung in der Hochallee 108 in Hamburg. Erst ab 1938/39 verschlechterte sich seine Lebenssituation drastisch.
Dienstag, 12. Juni 2018
Marianne Clemens (1912 bis 2018)
Heute findet in Hamburg-Niendorf die Trauerfeier für Marianne Clemens statt, die am 12. Mai 2018 im Alter von 105 Jahren gestorben ist (Todeanzeige der Familie aus der "Ostsee-Zeitung" vom 26. Mai 2018 siehe hier). Das Ehepaar Marianne und Walter Clemens pflegte in den 1960er Jahren briefliche Kontakte zu Erwin Panofsky (einen Brief Panofskys vom April 1967 hat Dieter Wuttke in Band 5 der "Erwin-Panofsky-Korrespondenz" aufgenommen; dort steht auch ein Kondolenzschreiben des Ehepaars an Gerda Panofsky). Walter Clemens war außerdem 1946 in seiner Funktion als Hochschulreferent an der versuchten Rückberufung Panofskys an die Universität Hamburg beteiligt.
Björn Biester: Wissenschaft und Verwaltung. Zum Aufbau der Universität Hamburg 1945 bis 1953 – das Wirken Senator Heinrich Landahls und der Hochschulreferenten Walter Clemens und Hans von Heppe. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte 100 (2014) S. 103–136
Björn Biester: Wissenschaft und Verwaltung. Zum Aufbau der Universität Hamburg 1945 bis 1953 – das Wirken Senator Heinrich Landahls und der Hochschulreferenten Walter Clemens und Hans von Heppe. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte 100 (2014) S. 103–136
Donnerstag, 19. April 2018
Aby Warburg. Gespräche mit einem Nachtfalter
"Schizophren lautet die Diagnose, mit der Aby Warburg 1921 in das Asyl Bellevue in Kreuzlingen aufgenommen wird. Das Chaos des ersten Weltkriegs hat den empfindsamen jüdischen Bankierssohn, Kunstwissenschaftler und Buchliebhaber zu psychotischer Verzweiflung gebracht. In seinem Wahn ahnt er die Brutalität des kommenden Regimes voraus. Im Dialog mit Psychiater Ludwig Binswanger und seiner Pflegerin scheinen Wahn und Wirklichkeit in umgekehrten Verhältnissen. Auf dem Schiesser-Areal in unmittelbarer Nähe der früheren Psychiatrie Bellevue entsteht mit poetischen Bildern eine Innensicht einer Persönlichkeit, die Kunst- und Kulturwissenschaft einmalig geprägt hat."
Das Theaterstück von Gerd Zahner (Regie: Oliver Vorwerk) wurde im März in Konstanz uraufgeführt. Weitere Vorführungen gibt es am 27. und 28. April, Beginn jeweils um 20 Uhr, weitere Informationen siehe hier.
Das Theaterstück von Gerd Zahner (Regie: Oliver Vorwerk) wurde im März in Konstanz uraufgeführt. Weitere Vorführungen gibt es am 27. und 28. April, Beginn jeweils um 20 Uhr, weitere Informationen siehe hier.
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Freitag, 24. November 2017
Warburg-Widmungsexemplar von 1927
Nachtrag zum Post vom 25. Oktober 2017 (siehe hier): für das Widmungsexemplar (siehe hier) fand sich in der Auktion am 18. November kein Käufer, es kann derzeit noch für 400 Euro (zzgl. Aufgeld) im Nachverkauf erworben werden. Der Nachverkauf endet am 8. Dezember.
Mittwoch, 25. Oktober 2017
Ein Warburg-Widmungsexemplar vom November 1927
In der Herbstauktion von Christian Hesse am 18. November 2017 in Hamburg kommt ein Exemplar der 1926 bei B. G. Teubner erschienenen "Vorträge der Bibliothek Warburg 1923–1924" zum Ausruf (Auktion 16, Katalognummer 494). Auf dem Titelblatt des Bandes steht eine eigenhändige Widmung Aby Warburgs, die wie folgt lautet: "S[einem] s[ehr] v[erehrten] Hrn. Gebhardt z. fr. Er[innerun]g / Warburg / 7. XI. 1927". Das Buch stammt aus der Bibliothek von Hanns Swarzenski. Der Schätzpreis liegt bei sportlichen, aber im Vergleich zu früheren Auktionsergebnissen nicht unrealistischen 600 Euro.
In Christian Hesses Katalogbeschreibung heißt es weiter: "Bei dem Widmungsempfänger könnte es sich um den Hamburger Erziehungswissenschaftler Julius Gebhardt (1884–1966) handeln.
Für wahrscheinlicher halte ich dagegen, dass Warburg den Band Fritz Gebhard überreichte, der in den 1920er Jahren ehrenamtlich die Fotothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz betreute. Dafür sprechen aus meiner Sicht vor allem äußere Umstände: Warburg hielt sich von September bis November 1927 in Florenz auf – sein erster Italien-Aufenthalt seit 1915 –, und trug unter anderem am 29. Oktober 1927 im großen Studiensaal des Kunsthistorischen Instituts über "Medicäische Feste am Hofe der Valois auf flandrischen Teppichen in der Galleria degli Uffizi" vor.
Nähere biographische Angaben über Fritz Gebhard, der eine bedeutende Privatbibliothek besaß und 1929 starb, wenige Monate vor Warburg, habe ich leider nicht. Gebhard kommt jedenfalls nicht nur in der Korrespondenzdatenbank des Warburg Institute in London, sondern auch als "Gebhardt" in der 2001 herausgegebenen Edition des Tagebuchs der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg vor.
In Christian Hesses Katalogbeschreibung heißt es weiter: "Bei dem Widmungsempfänger könnte es sich um den Hamburger Erziehungswissenschaftler Julius Gebhardt (1884–1966) handeln.
Für wahrscheinlicher halte ich dagegen, dass Warburg den Band Fritz Gebhard überreichte, der in den 1920er Jahren ehrenamtlich die Fotothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz betreute. Dafür sprechen aus meiner Sicht vor allem äußere Umstände: Warburg hielt sich von September bis November 1927 in Florenz auf – sein erster Italien-Aufenthalt seit 1915 –, und trug unter anderem am 29. Oktober 1927 im großen Studiensaal des Kunsthistorischen Instituts über "Medicäische Feste am Hofe der Valois auf flandrischen Teppichen in der Galleria degli Uffizi" vor.
Nähere biographische Angaben über Fritz Gebhard, der eine bedeutende Privatbibliothek besaß und 1929 starb, wenige Monate vor Warburg, habe ich leider nicht. Gebhard kommt jedenfalls nicht nur in der Korrespondenzdatenbank des Warburg Institute in London, sondern auch als "Gebhardt" in der 2001 herausgegebenen Edition des Tagebuchs der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg vor.
Sonntag, 19. Februar 2017
"Die Briefmarke als Kulturdokument"
Joacim Sprung hat dankenswerterweise in der Facebook-Gruppe "Aby Warburg Appreciation Society" einen Artikel aus dem "Hamburger Fremdenblatt" vom 17. August 1927 veröffentlicht, der über die Briefmarken-Vortragsveranstaltung in der Bibliothek Warburg am 13. August 1927 berichtet (siehe hier). Verfasser des mit "S." gezeichneten Berichts über den "Redslob-Abend" war vermutlich Friedrich Schütt (1867–?), langjähriger Redakteur und Leiter der seit 1924 bestehenden "Briefmarkenecke" der Zeitung (wie bereits in Biester/Wuttke 2007 auf S. 228 nachgetragen).
Sonntag, 5. Februar 2017
David Freedberg nur noch bis Ende April Direktor des Warburg Institute
"Professor David Freedberg to stand down as Director of the Warburg Institute", das teilt die School of Advanced Study der University of London hier mit. Freedberg wird in der Mitteilung mit folgenden Worten zitiert: "Having helped the Institute return to its intellectual origins in the work of Aby Warburg and rediscover both its significance and its implications for the world in which we live, I have decided I must reduce my international commitments and focus my energies on my own intellectual work. There are a number of writing projects that I am anxious to complete in the next years, and it is on these that I wish now to concentrate my attention."
Freedberg, Jahrgang 1948, hatte die Leitung des Warburg Institute erst 2015 übernommen.
Nachtrag:
Gina Thomas schreibt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 7. Februar 2017 über Freedbergs überraschende Rückzugsankündigung: "Es ist allerdings kein Geheimnis, dass er mit seinen Vorstellungen bei alteingessenen Mitgliedern des in der Hitler-Zeit aus Hamburg geretteten Instituts auf Widerstand gestoßen ist, wohl nicht zuletzt, weil der pragmatische britische Geist weniger empfänglich ist für die mitunter abstrusen Ideen von Aby Warburg, dem 1929 verstorbenen Gründer der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek."
Freedberg, Jahrgang 1948, hatte die Leitung des Warburg Institute erst 2015 übernommen.
Nachtrag:
Gina Thomas schreibt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 7. Februar 2017 über Freedbergs überraschende Rückzugsankündigung: "Es ist allerdings kein Geheimnis, dass er mit seinen Vorstellungen bei alteingessenen Mitgliedern des in der Hitler-Zeit aus Hamburg geretteten Instituts auf Widerstand gestoßen ist, wohl nicht zuletzt, weil der pragmatische britische Geist weniger empfänglich ist für die mitunter abstrusen Ideen von Aby Warburg, dem 1929 verstorbenen Gründer der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek."
Dienstag, 11. Oktober 2016
Warburg-Kolloquium in Karlsruhe
Am Donnerstag und Freitag (13. und 14. Oktober 2016) findet im ZKM Karlsruhe ein Aby Warburgs Bilderatlas gewidmetes wissenschaftliches Kolloquium statt, an dem sich unter anderem Claudia Wedepohl, Giovanna Targia, Thomas Hensel, Werner Rappl und Joacim Spring mit Vorträgen beteiligen.
Das Programm des Kolloquiums klingt außerordentlich vielversprechend (siehe hier). Eine sehr positive Nachricht für alle, die nicht persönlich in Karlsruhe anwesend sein können: es soll ab Donnerstagsnachmittag auch einen Livestream zu der Veranstaltung geben (siehe hier).
Das Programm des Kolloquiums klingt außerordentlich vielversprechend (siehe hier). Eine sehr positive Nachricht für alle, die nicht persönlich in Karlsruhe anwesend sein können: es soll ab Donnerstagsnachmittag auch einen Livestream zu der Veranstaltung geben (siehe hier).
Mittwoch, 21. September 2016
Moritz Scheper über die Karlsruher Bilderatlas-Ausstellung
Hinweis: In "der Freitag" (37/16, siehe hier) bespricht Moritz Scheper recht kritisch die derzeit laufende Bilderatlas-Ausstellung im ZKM Karlsruhe.
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Mittwoch, 14. September 2016
Eva von Eckardt über die letzten Änderungen Warburgs am Bilderatlas
Aus den letzten Einträgen im Tagebuch der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (im Frühjahr 2001 herausgegeben von Karen Michels und Charlotte Schoell-Glass) ist längst bekannt, dass Aby Warburg bis wenige Stunden vor seinem unerwarteten Tod am Abend des 26. Oktober 1929 am Bilderatlas gearbeitet hat. Hingewiesen sei hier aber aus gegebenem Anlass auf eine Äußerung Eva von Eckardts aus dem Jahr 1950, siehe hier oder hier die Seiten 167 und 168.
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Dienstag, 6. September 2016
"Bilderbergwerk auf Zeit"
Montag, 22. August 2016
Wilfried Weber gestorben
Der Hamburger Buchhändler Wilfried Weber (Buchhandlung Felix Jud, Neuer Wall 13) ist letzte Nacht im Urlaub im Allgäu den Folgen eines Herzinfarkts erlegen (siehe einen knappen Nachruf hier).
Dienstag, 16. August 2016
Aby Warburg Bilderatlas. Ausstellung in Karlsruhe
Von dieser von Roberto Ohrt (Hamburg) und Axel Heil (Karlsruhe) kuratierten Ausstellung zu Warburgs Bilderatlas "Mnemosyne" im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) wird man sicher nach Eröffnung (am 31. August um 19 Uhr, bis 13. November) viel hören ... Angekündigt werden Rekonstruktion, Kommentar und Aktualisierung durch zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler. Am 13. und 14. Oktober findet außerdem ein wissenschaftliches Kolloquium zur Ausstellung statt, dessen Programm allerdings noch nicht auf der ZKM-Website steht.
Weitere Informationen siehe hier.
Zwei Hinweise aus der Warburg-Bibliographie 2006 ff.:
Roberto Ohrt hat seinerzeit in der "taz" den von Uwe Fleckner und Isabella Woldt herausgegebenen Warburg-Band "Bilderreihen und Ausstellungen" kritisch besprochen, siehe hier.
Aus einem Bericht in der "Pforzheimer Zeitung" vom 15. August 2016 geht hervor, dass es eine Art von "Katalog" bzw. Begleitpublikation(en) zur Ausstellung geben wird, siehe hier.
Weitere Informationen siehe hier.
Zwei Hinweise aus der Warburg-Bibliographie 2006 ff.:
Roberto Ohrt hat seinerzeit in der "taz" den von Uwe Fleckner und Isabella Woldt herausgegebenen Warburg-Band "Bilderreihen und Ausstellungen" kritisch besprochen, siehe hier.
Aus einem Bericht in der "Pforzheimer Zeitung" vom 15. August 2016 geht hervor, dass es eine Art von "Katalog" bzw. Begleitpublikation(en) zur Ausstellung geben wird, siehe hier.
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Dienstag, 26. Juli 2016
The Art of the Pueblos, 24. Februar 1896
The Art of the Pueblos. Dr. A. M. Warburg, a Noted Florentine Investigator, in the City. His Story of the Surprises Which Met Him in Historical Art Among the Indians. In: The San Francisco call, Volume 79, Nr. 86, 24. Februar 1896, S. 8 (siehe ebd. S. 10 "Hotel Arrivals")
Among the arrivals at the Palace last evening was Dr. A. M. Warburg of Hamburg and Florence. The doctor is a graduate of Strassburg and for eight years past has been studying and writing on historical art in Italy.
Dr. Warburg is the author of severals books, among them one on "Italian Operatic Music" and another on "Poets of Italy." His home has been in Florence, and he has, when not visiting, devoted nearly all his time to the study of historical art.
He has just arrived from Albuquerque and Santa Fe, where he made many excursions to the Pueblo Indian villages and studied Indian art, as shown in the various articles which they produce.
Dr. Warburg says he regards the work of the Pueblos as very curious, and he wonders that more scientific expeditions are not sent out by individuals and the Government to get all the particulars regarding the pottery and other things made by the Indians. He thinks that in a short time it may be too late to collect these wonderful details.
"Fifty years will obliterate them," he said, "and they will be lost to science. Their art is so closely connected with their mythological beliefs that to abstain from collecting the details now is to lose the essence of the art.
"I have spent a great deal of time in Florence studying Italian historical art, but I think the historical art of New Mexico is more interesting even than that of Italy."
"In a few years the Indians will all be educated in American ways and the Indian art will be gone."
"I shall go from here to Japan to study Japanese art for a short time, and will then return to this City and go back to New Mexico. I want to collect more information, and then I may write a book on the historical art of the Pueblos."
"I certainly do not know of a more interesting subject. The art of the Pueblos is a great surprise to me. It is shown not only in their pottery but in all the articles which they make, and is of high quality."
Dr. Warburg will be here for a week or thereabouts, and will then sail for Japan.
---
Die geplante Japan-Reise Aby Warburgs, am Schluss des Zeitungsartikels erwähnt, fand nicht statt; im März 1896 wurde sie verschoben (wie aus Briefen Warburgs an Charlotte Warburg und Mary Hertz hervorgeht), im Frühsommer 1896 kehrte Warburg aus Nordamerika nach Hamburg zurück. Den Sommer 1896 verbrachte Warburg teilweise in Skandinavien (Fanö, Göteborg, Kopenhagen, Odde u. a.).
Among the arrivals at the Palace last evening was Dr. A. M. Warburg of Hamburg and Florence. The doctor is a graduate of Strassburg and for eight years past has been studying and writing on historical art in Italy.
Dr. Warburg is the author of severals books, among them one on "Italian Operatic Music" and another on "Poets of Italy." His home has been in Florence, and he has, when not visiting, devoted nearly all his time to the study of historical art.
He has just arrived from Albuquerque and Santa Fe, where he made many excursions to the Pueblo Indian villages and studied Indian art, as shown in the various articles which they produce.
Dr. Warburg says he regards the work of the Pueblos as very curious, and he wonders that more scientific expeditions are not sent out by individuals and the Government to get all the particulars regarding the pottery and other things made by the Indians. He thinks that in a short time it may be too late to collect these wonderful details.
"Fifty years will obliterate them," he said, "and they will be lost to science. Their art is so closely connected with their mythological beliefs that to abstain from collecting the details now is to lose the essence of the art.
"I have spent a great deal of time in Florence studying Italian historical art, but I think the historical art of New Mexico is more interesting even than that of Italy."
"In a few years the Indians will all be educated in American ways and the Indian art will be gone."
"I shall go from here to Japan to study Japanese art for a short time, and will then return to this City and go back to New Mexico. I want to collect more information, and then I may write a book on the historical art of the Pueblos."
"I certainly do not know of a more interesting subject. The art of the Pueblos is a great surprise to me. It is shown not only in their pottery but in all the articles which they make, and is of high quality."
Dr. Warburg will be here for a week or thereabouts, and will then sail for Japan.
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Die geplante Japan-Reise Aby Warburgs, am Schluss des Zeitungsartikels erwähnt, fand nicht statt; im März 1896 wurde sie verschoben (wie aus Briefen Warburgs an Charlotte Warburg und Mary Hertz hervorgeht), im Frühsommer 1896 kehrte Warburg aus Nordamerika nach Hamburg zurück. Den Sommer 1896 verbrachte Warburg teilweise in Skandinavien (Fanö, Göteborg, Kopenhagen, Odde u. a.).
Mittwoch, 13. Juli 2016
Claudia Wedepohls Aby Warburg-Bibliographie
Seit fast zehn Jahren ist Claudia Wedepohl nun Archivarin des Warburg Institute in London und hat in dieser Zeit wesentliche Beiträge zur Erschließung der Londoner Archivbestände geleistet. Wedepohls jüngste Publikation, eine Aby Warburg gewidmete Online-Bibliographie in der Reihe "Oxford Bibliographies in Art History" (Oxford University Press, siehe hier), wendet sich augenscheinlich nicht nur an Einsteiger auf dem Gebiet der Warburg-Forschung, beispielsweise an Studierende, die eine Qualifikationsarbeit vorbereiten, sondern auch an "fortgeschrittene" Nutzerinnen und Nutzer. Dem Verlag nach bieten die "Oxford Bibliographies" "authoritative research guides": "Combining the best features of an annotated bibliography and a high-level encyclopedia, this cutting-edge resource guides researchers to the best available scholarship across a wide variety of subjects."
Es handelt sich also um eine systematisch aufgebaute annotierte Auswahlbibliographie, die in diesem Fall in erster Linie deutsch-, englisch- und italienischsprachige Bücher und Aufsätze aufführt.
Die inhaltliche Gliederung der Warburg-Bibliographie sieht wie folgt aus:
Jeder Eintrag ist mit einer Annotation Wedepohls versehen, hauptsächlich auf den Inhalt und eine Einordnung in den Kontext bezogen, zum Teil aber auch wertend. Wedepohls kenntnisreiche Kommentierungen tragen ganz erheblich zum Reiz dieser Bibliographie bei – auch wenn sie teilweise recht knapp ausfallen (den Vorgaben der Reihe entsprechend) und man als Leser naturgemäß nicht jeder Bewertung oder Einschätzung zustimmt.
Claudia Wedepohls Bibliographie ist eine hervorragende wissenschaftliche Dienstleistung und wird hoffentlich als solche auch im deutschsprachigen Raum wahrgenommen.
Björn Biester
Es handelt sich also um eine systematisch aufgebaute annotierte Auswahlbibliographie, die in diesem Fall in erster Linie deutsch-, englisch- und italienischsprachige Bücher und Aufsätze aufführt.
Die inhaltliche Gliederung der Warburg-Bibliographie sieht wie folgt aus:
- General Overviews
- Bibliography
- Essay Collections
- Editions (Collected Works; Studienausgabe; Lectures; Bilderatlas Mnemosyne and Bildersammlung; Theoretical Fragments; Life)
- Anthology
- Correspondence
- Biography
- Politics, Judaism, and Anti-Semitism
- Trip to the United States and Snake Dance Lecture
- Bilderatlas Mnemosyne
- Method and Theory (Critical Interpretations; Method; Empathy and Memory; Pathos and Pathosformel; Motion and Moving Image; Astrology and Astronomy; Contemporary Art)
- Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg (Library; Circle)
Jeder Eintrag ist mit einer Annotation Wedepohls versehen, hauptsächlich auf den Inhalt und eine Einordnung in den Kontext bezogen, zum Teil aber auch wertend. Wedepohls kenntnisreiche Kommentierungen tragen ganz erheblich zum Reiz dieser Bibliographie bei – auch wenn sie teilweise recht knapp ausfallen (den Vorgaben der Reihe entsprechend) und man als Leser naturgemäß nicht jeder Bewertung oder Einschätzung zustimmt.
Claudia Wedepohls Bibliographie ist eine hervorragende wissenschaftliche Dienstleistung und wird hoffentlich als solche auch im deutschsprachigen Raum wahrgenommen.
Björn Biester
Freitag, 3. Juni 2016
Warburg-Haus in Hamburg: neue Website
Das Warburg-Haus in der Heilwigstraße 116 in Hamburg hat eine neue, sehr ansprechend und zeitgemäß gestaltete Website (siehe hier), auf der unter anderem das vielfältige Veranstaltungs- und Vortragsprogramm anlässlich des in wenigen Tagen bevorstehenden 150. Geburtstags Aby Warburgs aufgeführt ist.
[Dank an Dr. Katharina Hoins für den Hinweis]
[Dank an Dr. Katharina Hoins für den Hinweis]
Sonntag, 1. Mai 2016
Dieter Wuttke: Die Erwin-Panofsky-Korrespondenz-Edition und Gerda S. Panofsky. Eine Replik
Hinweis:
Dieter Wuttke: Die Erwin-Panofsky-Korrespondenz-Edition und Gerda S. Panofsky. Eine Replik. In: kunsttexte.de 1/2016 (Erwin Panofsky. Die späten Jahre III. Redaktion: Angela Dreßen und Susanne Gramatzki). 9 S.; http://edoc.hu-berlin.de/kunsttexte/2016-1/wuttke-dieter-1/PDF/wuttke.pdf
Dieter Wuttke: Die Erwin-Panofsky-Korrespondenz-Edition und Gerda S. Panofsky. Eine Replik. In: kunsttexte.de 1/2016 (Erwin Panofsky. Die späten Jahre III. Redaktion: Angela Dreßen und Susanne Gramatzki). 9 S.; http://edoc.hu-berlin.de/kunsttexte/2016-1/wuttke-dieter-1/PDF/wuttke.pdf
Freitag, 18. Dezember 2015
Karen Michels über Aby und Max Warburg
Hinweis auf eine Neuerscheinung:
Karen Michels: "Es muß besser werden!" Aby und Max Warburg im Dialog über Hamburgs geistige Zahlungsfähigkeit. Hamburg: Hamburg University Press, 2015 (Mäzene für Wissenschaft 17). 112 S. online hier
siehe auch hier
Karen Michels: "Es muß besser werden!" Aby und Max Warburg im Dialog über Hamburgs geistige Zahlungsfähigkeit. Hamburg: Hamburg University Press, 2015 (Mäzene für Wissenschaft 17). 112 S. online hier
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Freitag, 18. September 2015
Buchhandels- und Verlagsgeschichte des "Dritten Reichs"
Ein Hinweis außerhalb der Reihe:Vor wenigen Wochen ist der erste Teilband der von Ernst Fischer und Reinhard Wittmann in Zusammenarbeit mit Jan-Pieter Barbian im Auftrag der Historischen Kommission des Börsenvereins herausgegebenen Darstellung zur deutschen Buchhandels- und Verlagsgeschichte des "Dritten Reichs" im Verlag De Gruyter erschienen (VIII, 458 S.; ISBN 978-3-598-24806-1, siehe hier).
Zwei weitere Teilbände befinden sich in Vorbereitung.
Freitag, 24. Juli 2015
Warburg Zeppelin Helgoland Eckener
Die soeben ausgegebene Liste 132 des Konstanzer Antiquariats Patzer & Trenkle, der Luft- und Raumfahrt gewidmet (siehe hier und hier), enthält auch in Warburg-Zusammenhängen interessantes Material; man vergleiche etwa die Nummern 203 und 204 des Ergänzungsangebots mit den Einträgen im Tagebuch der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (Berlin 2001), S. 525 ff.
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Dienstag, 31. März 2015
Freitag, 13. März 2015
Aby Warburg Bibliographie aktualisiert
Seit eben steht eine aktualisierte Fassung der Aby Warburg-Bibliographie 2006 bis 2015 auf dieser Seite; ergänzt wurde darin unter anderem der gerade in "The New Yorker" erschienene Artikel von Adam Gopnik "In the Memory Ward. The Warburg is Britain’s most eccentric and original library. Can it survive?".
Das ist wirklich herausragender Journalismus allerhöchster Qualitätsstufe, und auch das Timing der Veröffentlichung ist perfekt!
Der Bearbeiter freut sich über Anmerkungen und Ergänzungen zur Bibliographie unter der angegebenen E-Mail-Adresse!
Das ist wirklich herausragender Journalismus allerhöchster Qualitätsstufe, und auch das Timing der Veröffentlichung ist perfekt!
Der Bearbeiter freut sich über Anmerkungen und Ergänzungen zur Bibliographie unter der angegebenen E-Mail-Adresse!
Donnerstag, 5. März 2015
David Freedberg neuer Direktor des Warburg Institute
Der 1948 geborene David Freedberg, derzeit Pierre Matisse Professor of the History of Art an der New Yorker Columbia University, übernimmt ab Juli 2015 die Leitung des Londoner Warburg Institute (als Nachfolger von Peter Mack). Das teilte die Universität London gestern mit.
Gina Thomas kommentiert diese erfreuliche Personalnachricht in der heutigen Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wie folgt: "Nach einem zermürbenden Rechtsstreit über die Bedingungen der Stiftungsurkunde, mit der die aus Hamburg gerettete kulturwissenschaftliche Bibliothek in die Obhut der Londoner Universität übertragen wurde, kann diese einmalige Institution wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Die Universität, die in Berufung gehen wollte, hat sich mit dem Institut über die künftige Verwaltung geeinigt."
Einige interessante Einblicke, wie der neue Direktor – der offenkundig vor deutlichen persönlichen Einschätzungen nicht zurückschreckt – Aby Warburg, das Warburg Institute und dessen besondere akademische Kultur sieht, vermittelt ein Beitrag "Drei Episoden ohne Aby", der 2014 in der "Zeitschrift für Ideengeschichte" erschienen ist. Auch ein grundsätzlicherer Beitrag Freedbergs über "Warburg’s Mask: A Study in Idolatry", 2005 in einem Sammelband abgedruckt, steht dankenswerterweise frei im Netz.
Gina Thomas kommentiert diese erfreuliche Personalnachricht in der heutigen Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wie folgt: "Nach einem zermürbenden Rechtsstreit über die Bedingungen der Stiftungsurkunde, mit der die aus Hamburg gerettete kulturwissenschaftliche Bibliothek in die Obhut der Londoner Universität übertragen wurde, kann diese einmalige Institution wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Die Universität, die in Berufung gehen wollte, hat sich mit dem Institut über die künftige Verwaltung geeinigt."
Einige interessante Einblicke, wie der neue Direktor – der offenkundig vor deutlichen persönlichen Einschätzungen nicht zurückschreckt – Aby Warburg, das Warburg Institute und dessen besondere akademische Kultur sieht, vermittelt ein Beitrag "Drei Episoden ohne Aby", der 2014 in der "Zeitschrift für Ideengeschichte" erschienen ist. Auch ein grundsätzlicherer Beitrag Freedbergs über "Warburg’s Mask: A Study in Idolatry", 2005 in einem Sammelband abgedruckt, steht dankenswerterweise frei im Netz.
Mittwoch, 21. Januar 2015
Warburgs Exlibris. Ein Beitrag von Stephan Grotz
Vorbemerkung Björn Biester (bjoern.biester@gmail.com): Der nachfolgende Beitrag von Stephan Grotz (Regensburg) ist der erste "Gastbeitrag", der hier veröffentlicht wird. Die einschlägige Sammlung von Publikationen aus dem Warburg-Kreis (darunter eine Reihe von Widmungsexemplaren), die Stephan Grotz in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, wird stichwortartig beschrieben in der Aby M. Warburg-Bibliographie 1996 bis 2005. Baden-Baden: Valentin Koerner, 2007, S. 222.
1912 ließ Warburg nach seinen Entwürfen das berühmte Buchzeichen für seine Bibliothek herstellen. Angefertigt wurde es von der schwedischen Druckerei Almqvist und Wiksell. Laut Michael Diers' Studie über Warburgs Briefkopierbücher ("Warburg aus Briefen", S. 43) gab Warburg dort mindestens zwei Varianten seines Exlibris in Auftrag: jeweils 5.000 Stück "weiß auf schwarz" beziehungsweise "weiß auf rot" (Brief vom 25. Januar 1912).
Seit längerem befinden sich die ersten Nummern von Franz Wickhoffs "Kunstgeschichtlichen Anzeigen" (Innsbruck 1905 ff.) in meinem Besitz. Sie gehörten einst Edgar Wind, an den sie über manche Umwege von der KBW gelangten. In den beiden ersten Bänden findet sich das Exlibris in orangefarbiger Ausführung (Abb. 1):

Die Vermutung liegt nahe, dass die Farbe des Buchzeichens sich auf die Farbsystematik der KBW bezieht. Dort war Orange den Zeitschriften vorbehalten (vgl. etwa Tilmann von Stockhausen, Die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg, S. 77).
Vor wenigen Tagen konnte ich nun ein weiteres Exemplar mit einem Exlibris Warburgs erwerben. Zu meiner großen Überraschung ist es in violett gedruckt (Abb. 2).

Die Farbe Violett war in der KBW dem Sachgebiet "Geschichte und Kultur des Orients" vorbehalten. Das Exlibris von Abb. 2 befindet jedoch sich in folgendem Bändchen:

Warburg hat es wohl als eine der ersten Gaben der Weimarer "Gesellschaft der Bibliophilen" erhalten, deren Mitglied er seit 1906 war. Die kleine Schrift enthält einen dem Philosophiehistoriker Eduard Zeller gewidmeten Scherz von David Friedrich Strauß, doch nicht einmal andeutungsweise einen Beitrag zur Kunst und Kultur des Orients.
War also die Anbringung des violetten Exlibris in dieser Jahresgabe ein Versehen? Das Versehen eines Mitarbeiters? Laut der digitalisierten Korrespondenz im Warburg Institute hat sich Warburg jedenfalls öfters beschwert, wenn er Bücher in die Hand bekam, bei denen vergessen wurde, das Buchzeichen einzukleben (vgl. zum Beispiel den Brief vom 12. März 1922 an Mary Warburg).
1912 ließ Warburg nach seinen Entwürfen das berühmte Buchzeichen für seine Bibliothek herstellen. Angefertigt wurde es von der schwedischen Druckerei Almqvist und Wiksell. Laut Michael Diers' Studie über Warburgs Briefkopierbücher ("Warburg aus Briefen", S. 43) gab Warburg dort mindestens zwei Varianten seines Exlibris in Auftrag: jeweils 5.000 Stück "weiß auf schwarz" beziehungsweise "weiß auf rot" (Brief vom 25. Januar 1912).
Seit längerem befinden sich die ersten Nummern von Franz Wickhoffs "Kunstgeschichtlichen Anzeigen" (Innsbruck 1905 ff.) in meinem Besitz. Sie gehörten einst Edgar Wind, an den sie über manche Umwege von der KBW gelangten. In den beiden ersten Bänden findet sich das Exlibris in orangefarbiger Ausführung (Abb. 1):
Die Vermutung liegt nahe, dass die Farbe des Buchzeichens sich auf die Farbsystematik der KBW bezieht. Dort war Orange den Zeitschriften vorbehalten (vgl. etwa Tilmann von Stockhausen, Die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg, S. 77).
Vor wenigen Tagen konnte ich nun ein weiteres Exemplar mit einem Exlibris Warburgs erwerben. Zu meiner großen Überraschung ist es in violett gedruckt (Abb. 2).
Die Farbe Violett war in der KBW dem Sachgebiet "Geschichte und Kultur des Orients" vorbehalten. Das Exlibris von Abb. 2 befindet jedoch sich in folgendem Bändchen:
Warburg hat es wohl als eine der ersten Gaben der Weimarer "Gesellschaft der Bibliophilen" erhalten, deren Mitglied er seit 1906 war. Die kleine Schrift enthält einen dem Philosophiehistoriker Eduard Zeller gewidmeten Scherz von David Friedrich Strauß, doch nicht einmal andeutungsweise einen Beitrag zur Kunst und Kultur des Orients.
War also die Anbringung des violetten Exlibris in dieser Jahresgabe ein Versehen? Das Versehen eines Mitarbeiters? Laut der digitalisierten Korrespondenz im Warburg Institute hat sich Warburg jedenfalls öfters beschwert, wenn er Bücher in die Hand bekam, bei denen vergessen wurde, das Buchzeichen einzukleben (vgl. zum Beispiel den Brief vom 12. März 1922 an Mary Warburg).
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